Alle Jahre wieder

Weihnachtsbaum mit Geschenken auf einem verschneiten Marktplatz

Wir sind wieder mitten drin in der Vorweihnachtszeit. Die Menschen hetzen noch mehr als in den vergangenen Monaten, um Dinge zu kaufen die anderen Menschen Freude bereiten sollen. Mal abgesehen davon, dass die besten Geschenke am Tisch sitzen und nicht unterm Weihnachtsbaum, beschäftigt mich immer wieder zu Zeiten wie Weihnachten und auch Ostern, ein anderer Gedanke. Die Geschäfte versuchen möglichst ganz viel Ware in die Läden zu bringen. Jede Ecke, jeder Gang wird auf Biegen und Brechen ausgenutzt. In der Vorweihnachtszeit, eine Zeit die für manch einen Harmonie, herunterkommen vom Stress des Jahres bedeutet. Eine Zeit in der manch einer zur Besinnung kommen möchte. Eine Zeit in der überall das Wort „Nächstenliebe“ groß geschrieben wird.

Was ist nun aber mit denen, die nicht so gut zu Fuß sind? Sei es aus körperlichen oder auch geistigen Gründen. Sei es aus Gründen die seit Geburt bestehen, oder die mit dem Alter gekommen sind, oder durch Krankheit. Menschen die eine Gehhilfe oder einen Rollstuhl benötigen, oder einfach nur jemanden der sie beim Gehen einhakt. Menschen die in der visuellen Wahrnehmung eingeschränkt sind. Wieso werden diese Menschen immer wieder von der Teilhabe am Leben ausgeschlossen? Ich glaube noch nicht mal, dass es mit böser Absicht geschieht. Ich denke eher es ist, weil viele Menschen nicht über den Tellerrand hinaus blicken. Sich einfach keine Gedanken über ihre Mitmenschen machen. Es werden große Reden geschwungen. Umfangreiche Pläne geschmiedet, aber wir bekommen noch nicht einmal im Alltäglichen die Inklusion auf die Reihe.

Jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich, wovon ich hier rede. Ich werde es euch zeigen:

Hier hatte ich schon Probleme, normal bis zur Kasse zu kommen. Wie sollte hier nun jemand mit einem Rollstuhl hindurchkommen? Oder eine ältere Dame mit einem Rollator und dann vielleicht noch eine Tasche die am Griff hängt? Ich habe die Verantwortlichen angeschrieben und von einem(!) Geschäft habe ich eine Antwort bekommen, in der mir mitgeteilt wurde, wie sehr sie dies bedauern und dass man sich mit den Verantwortlichen etwas überlegen wird. Ein paar Tage später, hatte sich auch etwas geändert. Es wurde mehr Platz geschaffen. Ich persönlich bin den Verantwortlichen dort wirklich dankbar für ihr Handeln. Ich werde hier nun (noch) nicht mit dem Finger auf einzelne Geschäfte zeigen. Ich möchte einfach nur die Menschen ein wenig wachrütteln.

Man könnte jetzt auch behaupten, dann können die Menschen ja auch andere Läden nutzen, es gibt ja schließlich genügend hier im Ort. Für wen halten wir uns dann aber, dass wir einer Gruppe vorschreiben, wo sie einkaufen dürfen und wo nicht. Dann dürfen wir hier das Wort „Inklusion“ nicht mehr in den Mund nehmen.

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